Grundsätzlich halte ich mich in meinen Lebensbereichen für einen überlegten, vorausschauenden und vorbereiteten Menschen. Nichts irritiert mich mehr als von Ereignissen überrascht zu werden, die vorhersehbar gewesen wären. Doch genauso gut weiß ich, dass nicht alles am Reißbrett geplant werden kann, gerade bei Ultraläufen nicht. Ein schönes Dilemma.

Als ich mich entschieden hatte, die Fastest Known Time (FKT) am Berliner Höhenweg anzugreifen, tat ich dies mit einer ziemlich hochnäsigen Attitüde. Hochnäsig deswegen, weil ich die Strecke nicht kannte und mir aufgrund des Namens der Rundwanderung und der Beschreibung dachte: Das werden schön ausgebaute Wege sein, die die Deutschen in fünf bis sieben Tagen abwandern. Was soll da schon sein?! Der damalige Rekord des sympathischen Läufers Daniel Jung – 18:30 Stunden für 90 km und 7000 Höhenmeter – schien leicht schlagbar zu sei. Sogar die Warnung meines Freundes Michael Kabicher, der die Strecke als unglaublich anspruchsvoll bezeichnete, nahm ich nicht ernst!

Wenn die Einstellung a priori falsch ist und Demut vor der zu bewältigenden Aufgabe nicht gegeben ist, dann kommt es, wie es kommen muss. Ich verlaufe mich gleich am Anfang der Runde in Mayrhofen. Regenfälle haben die Trails am Berliner Höhenweg schlammig und rutschig gemacht. Zuweilen, Richtung Schönbichlerhorn auf 3143 m, kommen mir Zweifel, ob Michaels Warnung nicht eher untertrieben ist. Halluzinationen stellen sich ein, ich sehe eine Frau, die mit dem Kopf in einem Felsen eingeklemmt ist. Zu allem Überdruss ruft mich meine Frau an und erzählt mir, dass Anna krank ist und Fieber hat. Blockgelände überall, im Auf- und Abstieg, viel an Laufen ist nicht zu denken. Und am Ende vom Berliner Höhenweg in Mayrhofen verlaufe ich mich wieder – wieso sollte man nicht genauso aufhören, wie man angefangen hat?!

Fake it till you make it?

17:59 Stunden habe ich benötigt, es ist eine FKT. Während ich auf den Stiegen beim Europahaus in Mayrhofen liege und mich aufgrund geschwächten Kreislaufs kaum bewegen kann, bin ich einerseits stolz auf das Geleistete und andererseits ist mir klar, dass diese Zeit nicht lange Bestand haben wird. Da geht, bei besserer Vorbereitung, vielleicht auch besseren Bedingungen, noch mehr. Doch auch das ist eine meiner Maximen: Man kann nicht so lange zuwarten, bis wirklich alles, alles passt. Dann würde man sehr oft gar nicht ins Tun kommen! „Fake it till you make it“ mag nicht mein liebster Ansatz für Problemlösungen sein, mit „Try it till you make it“ kann ich aber sehr gut leben.

Ehe ich aus Tirol Richtung Heimat aufbreche, gratuliert mir „Mr. Berliner Höhenweg“ Markus Kröll persönlich. ‪Daniel Jung schreibt mir eine Textnachricht, freut sich mit mir und kündigt an, demnächst meine Zeit angreifen zu wollen. Und dann erfahre ich, dass Peter Kienzl meinen Rekord gerade eben um weitere neun Minuten nach unten gedrückt hat. Weder hat der Südtiroler von meinem Versuch gewusst, noch umgekehrt. Kienzl startete zwei Stunden nach mir, wir sind uns nie begegnet. So sehr ich seine Leistung respektiere, so leer und geschlagen fühlte ich mich. Da läufst du 18 Stunden lang eine FKT, und nur zwei Stunden später ist sie wieder Schnee von gestern.

Geschichten wie diese passieren immer wieder, nicht nur im Sport, auch im Berufsleben hatte ich solche Erlebnisse schon sehr häufig. Oft steckt man bei großen Ausschreibungen irrsinnig viel Energie hinein, jedoch am Ende fehlen ein paar Punkte, weil beispielsweise die Gewichtung des Kunden den minimal niedrigeren Preis der Konkurrenz bevorzugt hat. Da sind 90% eines Projekts abgeschlossen und alles ist bestens gelaufen – und dann scheitert es an den verflixten letzten Metern.

Angewöhnt habe ich mir, im Geschäftsleben wie auch im Sport, Emotionen außen vor zu lassen. Nach einer Phase der Trauer und Selbstbemitleidung – die muss es geben! – betrachte ich die reinen Fakten. Nach meinem ersten Versuch auf dem Berliner Höhenweg kam ich zu zwei Erkenntnissen. Ich war sowohl körperlich als auch geistig unvorbereitet. Und ich war zu selbstsicher, ja, hochnäsig.

Fehler passieren. Das ist okay. Aber: Try it till you make it!

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