Es fehlten drei, vier Kilometer bis ins Ziel des „Hochkönigman“ 2018, mein Vorsprung war komfortabel, und so sprach nichts dagegen, mich noch schnell zu erleichtern. Aber hätte ich doch meinen Urin für eine andere Notwendigkeit aufgehoben! Als ich als Sieger gefeiert wurde, näherten sich Vertreter der Österreichischen Antidoping-Agentur (NADA) und erklärten mir, dass ich ihnen folgen sollte. Es war nicht meine erste Kontrolle, 2017 war ich auch vor dem UTMB getestet worden.

Aber damals war es eine Blutabnahme und diesmal eine Urinkontrolle – verdammt! Warum habe ich bloß so kurz vor dem Ziel noch meine Blase entleert?!

Wenn man die Vorgänge einer einfachen Dopingkontrolle nicht kennt, dann können diese sehr schnell mit Wörtern wie „entwürdigend“ oder „menschenrechtsmissachtend“ bezeichnet werden. Bis nicht der Urin in der benötigten Menge abgeliefert ist, werde ich von einem Schatten verfolgt und bin in meiner Handlungsfreiheit eingeschränkt: darf nicht duschen oder in einen Pool steigen, beispielsweise. Als ich dann endlich Wasser lassen kann, blickt mir der Beauftragte starr auf mein Geschlechtsteil – in der Geschichte des Dopings ist schon auf verschiedenartige Art und Weise getrickst worden, mit Fremdurin aus Plastikbeuteln beispielsweise. Was dieser Kontrolleur schon alles gesehen oder gerochen haben muss – ich entschuldige mich vorbeugend, weil nach 11,5 Stunden durch Regen und Hitze kann ich mich selbst kaum riechen.

Beim Hochlkönigman 2017 durfte ich gleich nach dem Zieleinlauf den Pool zur Abkühlung benutzen. 2018 wurde mir das aufgrund der Dopingkontrolle verwehrt, obwohl #neverpeeintoapool

Den Urin muss ich dann selber auf zwei Becher aufteilen, die versiegelt werden, zwei Personen klären auf und überwachen den gesamten Vorgang. Beim Hochkönigman nimmt die gesamte Prozedur 90 Minuten in Anspruch, und dies ist eine recht lange Zeit, wenn man zuvor rund einen halben Tag unterwegs war und verschwitzt und müde ist. Ich habe immer noch das für mich groteske Bild vor Augen, auf dem mir vor Unterzuckerung die Hände zittern und ich mich schuldig fühle, mit meinem eigenen Urin vor zwei Fremden herumzuschütten – und ihn teilweise zu verschütten.

Ich bin der ATRA, unserem Fachverband für Trail- und Skyrunning in Österreich, für deren Initiative dankbar, dass sie von sich aus Geld investieren und mittlerweile bei wichtigen Rennen Dopingkontrollen durchführen; unser Land steht ja deswegen regelmäßig in den Negativ-Schlagzeilen, wie auch vor wenigen Tagen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld, als zwei Langläufer aufflogen.

Ich behaupte einfach mal, dass unser Sport noch zu 99,9% sauber ist! In einem Sport, in dem ein ehemaliger (hm, auch aktueller?) Workaholic nach acht Jahren Training mit 37 Jahren (und zwei Kindern und einem Vollzeitberuf) ohne Doping in die Top Ten unseres wichtigsten Events laufen kann, ist der Spitzensport und das Doping im Trailrunning noch nicht angekommen. Dabei würde Doping im Trailrunning durchaus Sinn machen, um die Regeneration beschleunigen und ein höheres Trainingspensum absolvieren zu können.

Aber ganz ehrlich: Ich bin seit acht Jahren dabei, habe bislang 600 Euro an Preisgeld gewonnen (100 Euro bei der Tour de Tirol, die ich gespendet habe, und genau genommen 425 Euro abzüglich der französischen Steuer beim UTMB) und von meinen Sponsoren noch nie einen Geldbetrag erhalten. Siegen ist schön, doch dafür allein zahlt es sich nicht aus, mit illegalen Substanzen eventuell nachhaltig die Gesundheit zu gefährden und vor allem SICH und ANDERE zu betrügen. Vor allem mein Fall beweist, dass es ganz gut ohne geht!

Gesundheit durch Doping gefährden? Nur für das persönliche Ego? Nie im Leben – mein oberstes Ziel mit meinen Zwillingen im hohen Alter noch die Trails dieser Welt unsicher machen!

In meiner Situation befinden sich weltweit hunderte, tausende andere Trailrunner, die von ihrer Passion für diese Disziplin nicht leben würden können. Es mag eine Handvoll Sportler geben, die sich Profis nennen können, begonnen beim spanischen Superstar Kilian Jornet und vielleicht dem einen oder anderen US-Amerikaner und Franzosen. Nochmal, ich bin der Meinung, dass Doping im Trailrunning keine Rolle spielt, der einzige Fall, an den ich mich erinnere, geschah beim UTMB 2015.

Dopingvergehen müssen sich eben einfach finanziell auszahlen, und von Preisgeldern und fetten Sponsorendeals ist Trailrunning noch sehr weit entfernt. Teilweise wird ja die Szene nicht einmal als Spitzen- oder Profisport wahrgenommen, für viele Personen sind Läufe über 80, 100, 160 Kilometer schlichtweg unvorstellbar, und deren Protagonisten werden in die Nähe von Freaks gerückt. Auch das öffentliche Interesse ist überschaubar, mein neunter Platz beim Ultra Trail du Mont Blanc 2018 ist medial so gut wie untergegangen.

Warum also dopen, wenn es weder ökonomische Vorteile, noch Resonanz und Anerkennung bringt? Ist Trailrunning wirklich eine der wenigen Sportarten, die „sauber“ ist? Und wie lange wird dies so bleiben?

Antworten auf diese Fragen kann ich nicht geben, lade aber gerne zur Diskussion ein. Außer Frage steht indes, dass auf Doping verzichten einfach smarter ist!

und vor allem sollten ja die Berge und die Natur für uns alle Doping genug sein!

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